Interview mit Klaus Müller

Exklusiv-Interview mit Capelli Systems Inhaber Klaus Müller

Das Unternehmen Capelli Systems wurde 2005 gegründet und ist heute in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, England und Kanada vertreten. Mit dem Thema gesundes Haar beschäftigt sich Inhaber Klaus Müller jedoch schon seit mehr als 30 Jahren in ganzheitlicher Herangehensweise. Bereits 1986 gründete er die Arbeitsgemeinschaft Langhaarpflege, kurz ALP, der mittlerweile mehr als 200 Friseure angehören.

Herr Mül­ler, Sie ha­ben bis Mit­te der 80er Jah­re drei „klas­si­sche" Fri­seur­sa­lons be­trie­ben. Seit­dem ver­fol­gen Sie ei­nen kon­se­quent ganz­heit­li­chen An­satz, bei dem nicht das Haa­re­schnei­den und -​sty­len, son­dern die Ge­sund­heit von Haa­ren und Kopf­haut im Mit­tel­punkt steht. Wie kam es zu die­ser Neu­ori­en­tie­rung?


Ich be­schäf­ti­ge mich seit vie­len Jah­ren mit der Ge­sund­heit von Haar und Kopf­haut und der asia­ti­schen Phi­lo­so­phie zu die­sem The­ma. Die ganz­heit­li­che Auf­fas­sung fas­zi­niert mich, denn sie ist nach­weis­lich rich­tig. Frü­her wur­de ich in mei­nen Sa­lons häu­fig mit den Haar-​ und Kopf­haut­pro­ble­mem mei­ner Kun­den kon­fron­tiert, hat­te je­doch kei­ne pas­sen­de Lö­sung da­für. Mei­ner Mei­nung nach ar­bei­ten klas­si­sche Fri­seur­sa­lons, bei de­nen es haupt­säch­lich um die neu­es­ten Trends geht, nach über­hol­ten Mus­tern. Im­mer mehr Kun­den ha­ben heu­te Haar-​ und Kopf­haut­pro­ble­me, auf die man in­ten­siv ein­ge­hen musst. Das soll­te je­doch nicht nur durch die Emp­feh­lung ei­nes Pro­duk­tes, son­dern über ei­ne um­fas­sen­de Be­trach­tung der Le­bens­ge­wohn­hei­ten des Kun­den ge­sche­hen.

 

 

Wor­in un­ter­schei­det sich Klaus Mül­ler Ca­pel­li Sys­tems von an­de­ren An­bie­tern?


Wir bil­den Haar­pfle­ger aus, die nicht nur ei­nen neu­en Look kre­ie­ren und per­fekt sty­len kön­nen, son­dern kom­pe­tent bei Kopf­haut-​ und Haar­pro­ble­men hel­fen. Dar­über hin­aus ga­ran­tie­ren wir un­se­ren Part­nern die höchs­te Pro­dukt­qua­li­tät für Ver­brau­cher, ei­nen Ge­biets­schutz und kei­nen Ver­kauf über Shops so­wie kein Groß-​ und Ver­sand­han­del für die an­ge­schlos­se­nen Hand­werks­be­trie­be.

 

 

Wie ist Ihr Pro­duktsor­ti­ment auf­ge­baut?


Kern un­se­rer Phi­lo­so­phie ist: Es kommt nicht auf das Pro­dukt an, son­dern dar­auf, wie der Fri­seur da­mit ar­bei­tet. Ein Pro­dukt kann noch so gut sein, der „Pro­blem­lö­ser" bleibt letzt­lich der Fri­seur. Der Schwer­punkt un­se­res Sor­ti­ments liegt auf Pfle­ge, nicht auf Fi­nish. Un­se­re in­ten­sivs­te Pro­dukt­pa­let­te bie­ten wir im Be­reich Kopf­haut­pfle­ge an. Wir ver­wen­den bei al­len Pro­duk­ten nur die hoch­wer­tigs­ten Roh­stof­fe und ar­bei­ten zu die­sem Zweck in­ten­siv mit aus­ge­wähl­ten Roh­stofflie­fe­ran­ten zu­sam­men, die uns die bes­te Ern­te ga­ran­tie­ren. Un­se­re Pfle­ge­pro­duk­te ba­sie­ren haupt­säch­lich auf Zu­cker­rohr­me­las­se und Hop­fen. Was un­se­re Haar­far­be be­trifft, ar­bei­ten wir in­ten­siv mit Tei­len der Kaf­fee­pflan­ze, Faul­baum und Harn­säu­ren. Dar­über hin­aus bie­ten wir Tees und Drinks an, die die Mi­ne­ral­zu­fuhr un­ter­süt­zen und das Haar von in­nen her­aus näh­ren.

 

 

Sie schu­len Fri­seu­re, die mit Ih­nen zu­sam­men­ar­bei­ten, sehr in­ten­siv. Wie sind die­se Se­mi­na­re auf­ge­baut?


Wir füh­ren un­se­re Part­ner lang­sam an un­se­re Phi­lo­so­phie her­an. Das be­ginnt mit dem rich­ti­gen Haa­re­waschen. Auf her­kömm­li­che Wei­se wird meist nach oben mas­siert, wir je­doch ar­bei­ten nach un­ten in Rich­tung Lym­ph­bahn. Durch die Drai­na­ge wird die­ser Vor­gang zu ei­ner äu­ße­ren und in­ne­ren Wä­sche. Au­ßer­dem be­schäf­ti­gen wir uns in den Se­mi­na­ren aus­führ­lich mit der Bio­lo­gie des Haa­res und der rich­ti­gen Dia­gnos­tik. Es ist sehr wich­tig, die kör­per­ei­ge­nen Zu­sam­men­hän­ge zu er­ken­nen. Hat zum Bei­spiel je­mand Pro­ble­me mit der Le­ber, hat er ganz si­cher auch Pro­ble­me mit Haar und Kopf­haut. Das in­ten­si­ve per­sön­li­che Ge­spräch mit je­dem ein­zel­nen Kun­den - und da­mit mei­ne ich nicht die fünf­mi­nü­ti­ge Stan­dard­be­ra­tung - ist ei­ner der wich­tigs­ten Punk­te un­se­rer Phi­lo­so­phie und das trans­por­tie­ren wir auch in un­se­ren Se­mi­na­ren. Un­se­re Part­ner-​Fri­seu­re be­gin­nen bei ih­ren Kun­den in der Re­gel mit ei­ner aus­führ­li­chen Dia­gno­se, stel­len dann ei­nen Be­hand­lungs-​ und Be­treu­ungs­plan auf. Die in­ten­si­ve Nach­be­treu­ung ist uns sehr wich­tig, denn je­der Sa­lon­kun­de soll be­glei­tet wer­den, bis sein Pro­blem ge­löst ist. Vie­le Fri­seu­re müss­ten mei­ner Mei­nung nach mehr auf die Men­schen ein­ge­hen, emo­tio­na­ler sein. Ge­ra­de auch, weil die Kund­schaft im­mer äl­ter wird. Oder auch ganz ein­fa­che Din­ge, wie das rich­ti­ge Haa­re­waschen und -​bürs­ten: Man muss es den Kun­den wie­der bei­brin­gen und nicht so tun, als ob es mit der aus­rei­chen­den Men­ge die­ses oder je­nes Wun­der­pro­duk­tes schon ge­tan wä­re.

 

 

Ih­re Lei­den­schaft ge­hört ge­sun­dem, ins­be­son­de­re lan­gem Haar. Des­halb ha­ben Sie 1986 auch die Ar­beits­ge­mein­schaft Lang­haar­pfle­ge ge­grün­det. Was be­deu­tet Haar für Sie?


Haa­re sind un­ser schöns­ter Schmuck, zu­gleich Schutz und sicht­bar ge­mach­te Ge­sund­heit. Das Haar zeigt ganz ge­nau, was wir es­sen und trin­ken, und wie wir le­ben. Es wird, wie auch die Haut, von be­stimm­ten kli­ma­ti­schen Ver­hält­nis­sen be­ein­flusst. Haa­re sind wie das Fell ei­nes Tie­res. Je­der Tier­arzt schaut sich zu­erst das Fell an und zieht dar­aus Rück­schlüs­se auf die Er­näh­rung. Ähn­lich ma­chen wir das bei Ca­pel­li Sys­tems.

 

 

Wie ge­nau funk­tio­niert das Zu­sam­men­spiel zwi­schen Haar und Um­welt?


Das Haar rea­giert wie die Haut auf Er­näh­rung, Le­bens­wei­se und Psy­che. Pfle­ge von au­ßen reicht bei wei­tem nicht aus, um das Haar aus­rei­chend zu ver­sor­gen. Die Ver­sor­gung der Haa­re be­ginnt in den Haar­wur­zeln. Bei der Haut­pfle­ge er­ken­nen wir leicht, dass die bes­te Cre­me die ge­wünsch­te Wir­kung nicht er­zielt, wenn zum Bei­spiel ei­ne Krank­heit im Kör­per steckt. Da sich die Haut im Ge­gen­satz zum Haar stän­dig er­neu­ert, las­sen sich Haut­schä­di­gun­gen leicht er­ken­nen und meist auch schnell aus­glei­chen. Bei Haar­schä­di­gun­gen han­delt es sich aber um ei­nen lang­sa­mer fort­schrei­ten­den Pro­zess. Des­halb wer­den Ver­än­de­run­gen der Haut­struk­tur oder Wachs­tums­stö­run­gen von den Kun­den oft­mals nicht recht­zei­tig wahr­ge­nom­men. Um Haar­schä­den im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes schon im An­satz zu be­kämp­fen, muss die „in­ne­re Pfle­ge" stim­men. Ei­ne aus­ge­wo­ge­ne und ge­sun­de Er­näh­rung und vor al­lem die Lie­be zum ei­ge­nen Haar bie­ten idea­le Vor­aus­set­zun­gen für den ge­sun­den Auf­bau der Haa­re. Schön­heit kommt doch auch von in­nen. Und des­halb kann man sie auch von in­nen un­ter­stüt­zen. Wachs­tum und Struk­tur der Haa­re wer­den von un­ter­schied­lichs­ten Fak­to­ren be­ein­flusst. Pfle­ge von in­nen und äu­ßer­lich an­ge­wen­de­te Haar­kos­me­tik sind maß­geb­lich am Auf­bau ei­nes ge­sun­den Haa­res be­tei­ligt. Um die äu­ßer­li­che Pfle­ge küm­mern wir uns sehr in­ten­siv. Aber lei­der wird die Pfle­ge von in­nen oft­mals ver­ges­sen!

 

 

Wie sieht Ih­re täg­li­che Ar­beit aus?


Knapp die Hälf­te der Zeit ver­brin­ge ich da­mit, Kun­den zu be­su­chen, denn ich möch­te sie al­le per­sön­lich ken­nen­ler­nen, das ist mir sehr wich­tig. Die an­de­re Hälf­te ver­brin­ge ich in al­len Ab­tei­lun­gen der Fir­ma - im La­ger, im Bü­ro und na­tür­lich bei un­se­ren Spe­zia­lis­ten im La­bor. Dort sind wir stän­dig da­bei, neue Re­zep­tu­ren zu ent­wi­ckeln und zu tes­ten, denn Haa­re wer­den al­le drei bis fünf Jah­re je nach Um­welt­ein­flüs­sen mit neu­en Pro­ble­men kon­fron­tiert. Zur­zeit ist das größ­te Pro­ble­me, dass die Talg­drü­sen nicht mehr so ar­bei­ten, wie sie sol­len.

 

 

Wel­che Fri­seu­re ar­bei­ten mit Ca­pel­li Sys­tems zu­sam­men?


Fri­seu­re, die mit uns zu­sam­men­ar­bei­ten möch­ten, soll­ten Mut ha­ben, of­fen da­für sein, Din­ge zu ver­än­dern und ler­nen wol­len. Am An­fang steht im­mer ein in­ten­si­ves Ge­spräch mit mir. An­schlie­ßend wer­den un­se­re Part­ner in Ru­he Schritt für Schritt ge­schult. Das ist sehr wich­tig, weil man in Be­ra­tungs-​Know-​how un­se­rer Qua­li­tät Zeit in­ves­tie­ren muss. Auch wenn es ar­ro­gant klingt: Nicht je­der kann Kun­de bei uns wer­den. Man muss sich schon in­ten­siv mit un­se­rer Phi­lo­so­phie iden­ti­fi­zie­ren kön­nen. Auch um den Preis, dass un­ser Un­ter­neh­men kein bom­bas­ti­sches Wachs­tum ver­zeich­net: un­se­re Phi­lo­so­phie soll im­mer im Vor­der­grund ste­hen. Wir wol­len aus­schließ­lich mit Spe­zia­lis­ten zu­sam­men­ar­bei­ten, die auf ei­nem ganz be­stimm­ten Ni­veau ar­bei­ten.


Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu Klaus Mül­ler Ca­pel­li Sys­tems fin­den Sie auf www.ca­pel­li-​sys­tems.com und auf www.fri­seu­re-​alp.com.

 

 

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